Kultur - Wirtschaft - Stadt


Quedlinburg


Konzept zur bildkünstlerischen Begleitung der Entwicklung des Bahnhofsgeländes


Seit einigen Jahren haben sich bildende Künstler in vorher ungenutzten Gebäuden
auf dem Bahnhofsgelände in Quedlinburg, Sachsen-Anhalt, Arbeitsmöglichkeiten
geschaffen.

Hier wurden in Eigenregie Ausstellungen, Konzerte und Lesungen durchgeführt.
Der als Areal-B bezeichnete Ort ist dabei, sich zu einem kulturellen Zentrum
der Stadt zu entwickeln.
Die Beteiligten haben damit begonnen, die zwischen ihren Werkstätten liegenden
Flächen zu gestalten und unter Ausnutzung der spontanen Vegetation parkähnlich
auszuformen.

In naher Zukunft sind auf diesen und angrenzenden Flächen einschneidende
Veränderungen zu erwarten:
Die bisher in Gernrode endende Harzer Schmalspurbahn (HSB) wird nach Quedlinburg
verlängert, die maroden Anlagen der DB AG werden erneuert und teilweise
zum Abstellen von Autos und Bussen umgenutzt .

In dieser Situation wurden von den ansässigen Künstlern Vorschläge entwickelt,
wie sich die vorhandenen Qualitäten des Gebietes erhalten und konstruktiv
weiterentwickeln lassen.

Wesentlicher Bestandteil dieser Konzepte ist das gezielte Einfügen von Skulpturen
und Wandbildern.
Wichtige Aspekte sind weiterhin die bewusste Einbeziehung der angrenzenden,
den Stadtteil prägenden, Industrie- und Wirtschaftsanlagen sowie die Beibehaltung
des parkähnlichen Charakters.

Es geht um funktionale Koexistenz der verschiedenen Interessen unter einem
kulturellen Leitmotiv.

Auf diese Weise wird versucht, dem Anspruch der Welterbestadt Quedlinburg
gerecht zu werden, auf der historischen Substanz aufzubauen und diese mit
Mitteln der Gegenwart zu bereichern.

Mit anderen Worten: es soll eine Brücke von der Vergangenheit in die Zukunft
geschlagen werden.

Damit entsteht eine Gegenposition zu den auf schnelle Vermarktung und
Massentourismus zielenden Konzepten im Zusammenhang mit dem Bau der
Schmalspurbahn, die die bereits erfolgte Entwicklung in Richtung
Kulturzentrum negieren und beenden würden.

Dieser Konflikt ist insofern völlig unnötig, als dass es im Grunde eine Reihe
von Konsenspositionen gibt:
eigentlich haben alle Interesse an einem funktionierenden, schönen Bahnhofsgelände,
welches offen für möglichst viele Nutzungen ist.

Lediglich die konkrete Bewertung der Gegebenheiten als auch die Art und
Weise des Vorgehens verursachen Spannungen.

Angesichts der vorliegenden Situation erscheint es sinnvoll, mit der
baldigen Errichtung einer großen Skulptur sowie der Schaffung von zwei
Wandbildern die Vision des Areal-B deutlich sichtbar zu manifestieren.

Auf diese Weise wird es möglich, zeitnah auf die sich verändernden Randbedingungen
zu reagieren und die Entwicklung konstruktiv zu beeinflussen.

Die begonnenen positiven Entwicklungen können fortgeführt werden und das
Spektrum der Optionen für die Zukunft wird deutlich erweitert.

                                                                                            April 2005

-> zur aktuellen Situation